Pressemitteilung vom 24. Juli 2020

Forscher der Freien Universität Berlin und der RWTH Aachen haben nachgewiesen, dass die in Gesichtsmasken des Schweizer Firma Livinguard AG verwendeten Textilien innerhalb von wenigen Stunden bis zu 99,9 % von SARS-CoV-2 inaktivieren.1 Die Tests wurden im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten EIT-Gesundheitsprojektes ViruShield durchgeführt, dessen Ziel es ist, alternative Materialien für Gesichtsmasken für persönliche Schutzausrüstung zu finden.

Die Textilien sind mit Wirkstoffen behandelt, welche sie mit einer stark positiv geladenen Oberfläche versehen. Die negativ geladene Hüllmembran von Coronaviren und anderen Erregern wird vom positiv geladenen Textil angezogen und dann aufgerissen, wodurch sie zerstört werden. Die antivirale Behandlung ist an der Innen- und Außenseite der Masken angebracht, wodurch sich das Risiko einer Infektion über eine Berührung der Maske – etwa beim Aufsetzen oder Abnehmen – verringern dürfte. Sie sind waschbar und bis zu 200 Mal wiederverwendbar. 

BARDEHLE PAGENBERG betreut LIVINGUARD seit Ende 2014 umfassend auf allen Gebieten des Gewerblichen Rechtsschutzes. Erste Patentanmeldungen auf die Herstellung antimikrobieller Textilien wurden 2015 eingereicht. Damals stand zunächst eine Verwendung in Trinkwasserfiltern im Fokus, welche Keime in verunreinigtem Wasser sicher eliminieren, wenn das Wasser durch mehrere Schichten des antimikrobiellen Textils fließt. Dem Team um LIVINGUARD-Gründer Sanjeev Swamy gelang es, die antimikrobiellen Wirkstoffe so stark an das Textil zu binden, dass sie einerseits für eine hohe Effizienz sorgen und andererseits nicht ins Trinkwasser gelangen können. 

Nun kann die Technologie auch für einen antiviralen Mund-Nasenschutz eingesetzt werden: eine solche Verwendung erfordert eine extrem starke antimikrobielle Wirksamkeit, weil die winzigen Viren schwieriger zu zerstören sind als Bakterien. Zudem kommt das Textil mit Mund und Nase in Berührung, weshalb sich die Wirkstoffe nicht vom Textil loslösen dürfen. Anders als bei vielen herkömmlichen antimikrobiellen Textilien kommen dabei keine Metalle wie etwa Silber zum Einsatz, welche zunehmend als gesundheitsschädlich eingestuft werden.

LIVINGUARD setzte von Anfang an auf einen starken Patentschutz seiner innovativen Technologien. Da sie anfänglich in Produkten wie Trinkwasserfiltern oder wiederverwertbaren Damenbinden zum Einsatz kamen, welche insbesondere in Entwicklungsländern Verwendung finden, wurden die Patentanmeldungen im Jahr 2017 in 39 Patentämtern weltweit anhängig gemacht – eine außergewöhnlich hohe Zahl für ein Startup mit damals ca. 30 Mitarbeitern. Der geografisch breit aufgestellte Schutz kommt LIVINGUARD nun in der Pandemie zu Gute, wo es seine Masken millionenfach in praktisch allen Regionen der Welt vertreibt. Mittlerweile wurden über 15 Patentanmeldungen zur Erteilung gebracht, weitere 150 sind weltweit anhängig. Darüber hinaus koordiniert BARDEHLE PAGENBERG die Eintragung der Marken von LIVINGUARD in bisher ca. 70 Ländern.

Bereits Anfang Mai durften sich die Mitarbeiter unserer Kanzlei über eine Lieferung von 300 der antiviralen Masken freuen. Sie kommen bei den Nutzern gut an, weil sie angenehm zu tragen sind und die Brille sich nicht beschlägt. Letzteres – so ein Richter des Bundespatentgerichts, der Anwälte der Kanzlei die Masken in einer Verhandlung tragen sah – sei „ja wohl für sich schon ein Beweisanzeichen für erfinderische Tätigkeit“. 

Vertreter der Livinguard AG: BARDEHLE PAGENBERG (München)
In Patentsachen: Dr. Christof Karl (Rechts- & Patentanwalt, Partner)
In Markensachen: Claus M. Eckhartt (Rechtsanwalt, Partner)

1 Link zur Pressemeldung der FU Berlin: https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2020/fup_20_096-gesichtsmasken-corona/index.html  

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